Vorschau

Jedes Heft hat ein Schwerpunktthema, das von Gastredakteur_innen konzipiert und betreut wird. Die eingereichten Aufsätze durchlaufen ein Peer-Review-Verfahren. Vorschläge für Schwerpunktthemen sind jederzeit an die Redaktion möglich. Hinweise zu Einreichungen finden Sie in unseren Submission Guidelines.

ZfM 21, erscheint im Oktober 2019
Heftvorschau

Künstliche Intelligenzen

Selbstfahrende Autos, digitale Assistenzsysteme, humanoide Roboter, adaptive Nanodrohnen, fluide Interfaces oder smarte Supermärkte – derzeit herrscht wohl kein Mangel an technologischen Entwicklungen, die sich als Referenz der allgegenwärtigen Rede von einer (scheinbaren) Revolution bzw. einer neuen Ära der künstlichen Intelligenz anbieten. Gerade im Zusammenhang mit einer vermeintlichen oder tatsächlichen Autonomisierung technischer Infrastrukturen und Systeme hat das Thema «Künstliche Intelligenz» als Schüsseltechnologie, Konzept und soziotechnisches Gefüge derzeit wieder Konjunktur.

Vor allem scheinen moderne Ansätze der KI(-Forschung) die Bedingungen, Praktiken und Erscheinungsformen der digitalen Medienkultur zu verändern. Speziell dort, wo Plattformen wie Netflix oder soziale Medien wie Facebook auf die Nutzung und Auswertung von Big Data setzen, gewinnen moderne Technologien der KI und sogenannte maschinelle Lernverfahren immer mehr an Bedeutung.

Verfahren der KI transformieren jedoch nicht bloß die Formen und Praktiken «der Medien». Medien spielen auch und gerade dort eine Rolle, wo zum Beispiel eben jene maschinelle Lernverfahren Bilder, Texte und Sprache als ihr Lern- und Datenmaterial nutzen und insofern diese im weitesten Sinne als Möglichkeitsbedingungen kultureller (Wissens)Praktiken in Erscheinung treten. Aber was heißt das genau? Und inwieweit kann eine Medienwissenschaft auf die Herausforderung der gegenwärtigen Konjunktur künstlicher Intelligenzen angemessen reagieren, speziell vor dem Hintergrund, dass sich die Disziplin stets (wenn auch in der Vergangenheit vielleicht nur randständig) auch mit Problemstellungen der KI und ihrer Erforschung beschäftigt hat?

Vor diesem Hintergrund fragt das Themenheft nach dem Verhältnis von Medien und künstlichen Intelligenzen – nach der Intelligenz unserer Medien/Umgebungen und den Medien künstlicher Intelligenzen. Welche Medien brauch(t)en künstliche Intelligenzen? Inwieweit kann oder muss eine wie auch immer medienwissenschaftlich profilierte Kritik der KI auch mit einer Kritik des neoliberalen Kapitalismus und seines Gesellschaftsmodells verzahnt sein? Gibt es auch künstliche Dummheit? Wie zeigt sich diese in den zahlreichen Dysfunktionalitäten (z. B. bei der Bildersuche) und Störungen von KI-Systemen? Inwiefern haben KI-Systeme (oder die Praktiken mit ihnen) einen ‹bias› – gender, race, class – und können die kritischen Ansätze genutzt werden, die in der Medienwissenschaft schon lange verwendet wurden, um den ‹bias› technologischer Medien zu analysieren? Welche ethischen Probleme gehen mit Entscheidungen einher, die von KI-Systemen getroffen werden? Welche politischen und aktivistischen Aneignungen gibt es in verschiedenen Praktiken mit KI? Und welche medienwissenschaftlichen Erkenntnisse über deren ‹black-boxes› erlauben diese?

Redaktion des Schwerpunkts: Christoph Ernst, Irina Kaldrack, Jens Schröter, Andreas Sudmann

Einreichung kompletter Beiträge im Umfang von ca. 25.000 Zeichen bis Ende Dezember 2018 erbeten an
redaktion@zfmedienwissenschaft.de

Stylesheet und weitere Hinweise unter
www.zfmedienwissenschaft.de/service/submission-guidelines

Texteinreichungen bis Ende Dezember 2018
ZfM 22, erscheint im April 2020
Call for Papers

Format

Formate sind technische Maßeinheiten zur Normierung und Verwaltung medialer Anwendungen und Apparaturen. Formate beeinflussen die Art und Weise, wie ein Medium erscheint, operiert und erfahrbar wird. Die Flexibilität und Reichweite von Medien, ihre Funktionalität und Praktikabilität, aber auch ihre Materialität sind mit technischen, kulturellen und sozialen Aushandlungs- und Standardisierungsprozessen verschränkt, die mit Fragen des Formats in Bezug stehen. Die stark fluktuierende Bedeutung des Formatbegriffs, so die These dieses Schwerpunktes, verspricht einen potentiellen Zugewinn für medientheoretische Reflexionen, indem sie bislang unbemerkt gebliebene Bezüge zwischen Medien, wiederkehrende Techniken wie auch historische Diskontinuitäten und Kontinuitäten zu Tage treten lässt. Gleichzeitig stellt diese Bedeutungsvielfalt auch eine theoretische Herausforderung dar, die es zu problematisieren gilt. Welche konzeptionellen und theroretischen Potenziale eröffnet das Format und wo liegen gleichzeitig seine Grenzen für das Verständnis medialer Phänomene? 

Das Themenheft versteht das Format als Herausforderung für die Film- und Medienwissenschaft und fragt, welche kulturelle, ästhetische und perzeptuelle Relevanz diese Kategorie beanspruchen kann. Kann das Format als kultureller Messwert eines Mediums gelten? Stellt gerade auch unter der Maßgabe des Digitalen das Konzept «Format» gar eine Alternative zum Medienbegriff dar? Welchen Einfluss üben kulturökonomische Formatierungsmechanismen, etwa die «Formatpolitik» der Filmarchive und der Sendeanstalten, auf das Leben, Überleben und Nachleben medialer Objekte aus?

Redaktion des Schwerpunkts: Oliver Fahle, Elisa Linseisen, Alexandra Schneider, Marek Jancovic

Einreichung kompletter Beiträge im Umfang von ca. 25.000 Zeichen werden bis Ende September 2019 erbeten an
redaktion@zfmedienwissenschaft.de

Stylesheet und weitere Hinweise unter
www.zfmedienwissenschaft.de/service/submission-guidelines

Texteinreichungen bis Ende September 2019