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Am 28. Februar versammelten sich mehr als 150 WissenschaftlerInnen der Universität Amsterdam im Atrium des Maagdenhuis – einem herrschaftlichen Gebäude an einem der zentralen, historisch und touristisch belebten Plätze der Stadt (Spui), das wenige Tage zuvor noch Sitz der Universitätsleitung gewesen war. Bei diesem und weiteren Treffen, die seither beinah wöchentlich stattfanden, diskutierten wir die zunehmende Zerstörung der akademischen Kultur durch Ökonomisierung und Bürokratisierung; wir formulierten Forderungen gegenüber der Universitätsleitung und der Regierung in Den Haag und wir entwarfen politische Strategien: ProfessorInnen und Promovierende, Studierende und Sympathisierende standen und saßen in einem Halbkreis und benutzten die durch die Occupy-Bewegung bekannt gewordenen Handzeichen, um – unter Leitung eines facilitator – eine möglichst hierarchiefreie, auf Konsens gerichtete Diskussion zu führen.

1. Mai 2015
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«Egyptian artists, photographers, activists and curators were involved in planning the exhibition, which features shots by foreign and Egyptian news agency photographers – the classical protagonists of journalistic coverage – but also a Twitter wall, video portraits of eyewitnesses, video recordings and photos made by activists and ‘civilian journalists’ published on media portals such as Flickr, and documents collected by artists, having been created as means of expressing opinions, influencing the course of events, preserving memories, commemorating victims and bearing testimony. On the one hand, the exhibition sheds light on the omnipresence of digital observation, the livestream of the revolution, and the new forms of dissemination and alternative news reporting by way of communication platforms and social media such as Facebook and Twitter. Yet the show is also concerned with the circulation of these images, their presence in the urban realm, the role they play on banners, magazine covers, graffiti, etc.», as an advertising text for the exhibition states.

3. April 2015

Florian Ebner in conversation with Ulrike Bergermann and Kathrin Peters about the exhibition.

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Keine Revolution ohne Medien – im doppelten Sinne: Medien beobachten Revolution und organisieren sie. Manche Revolutionen wurden deswegen schon nach Medien benannt wie im Fall von Twitter und Facebook. Dass dies berechtigt war, ist umstritten. Zu schwer wiegt der Verdacht des «digital orientalism», wie der Medientheoretiker Evgeny Morozov 2011 in seinem Buch The Net-Delusion die narzisstische Begierde des Westens nannte, die eigenen Technologien zur sine qua non auch östlicher Emanzipationsbewegungen zu erklären. Im Falle Hongkongs ist schon umstritten, ob man überhaupt von einer Revolution sprechen kann, wenn das Ziel die Einhaltung des Hongkonger Grundgesetzes (Basic Law) ist: die Vereinbarung der Briten (als scheidende Kolonialherren) und Chinesen (als künftige Herrscher Hongkongs) über ein allgemeines Wahlrecht für Hongkong. Was den Spitznamen der «Bewegung», so die zurückhaltendere Selbstbeschreibung, betrifft, hat diesmal ein Gegenstand gewonnen, der nicht nur lokalspezifischer und realer ist als digitale Medien, sondern auch fotogener: der Regenschirm.

10. März 2015
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Mit der im Berliner Kino Arsenal veranstalteten Film- und Gesprächsreihe Performing Documentary stellt Birgit Kohler aktuelle dokumentarische Vorgehensweisen zur Diskussion, die mit expliziter Inszenierung, Verfremdungseffekten und performativen Auftritten arbeiten. Die Verknüpfung des auf John Grierson (1926) zurückgehenden Begriffes documentary mit dem performing hebt das zentrale Moment des Hergestellt-Werdens in Prozessen filmischer Aufführungen hervor. Film steht als Instrument der Analyse zur Disposition, indem Strategien der Verschiebung, Distanzierung und Abstraktion zum Einsatz kommen. Empathischer Identifikation mit Einzelschicksalen wird dabei genauso wenig vertraut wie einer vermeintlichen dokumentarischen Evidenz. Performing-Documentary-Filme tragen so nicht nur einer komplexen gesellschaftlichen Realität Rechnung, sondern sind Ausdruck einer Skepsis gegenüber gängigen Mustern dokumentarischer Repräsentation.

23. Oktober 2014

Birgit Kohler im Gespräch mit Jana Seehusen

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Im Jahr 1981 wird Britney Spears geboren und der Musiksender MTV geht erstmals auf Sendung. Fünf Jahre später, 1986, beginnt MTV mit seiner Spring Break-Berichterstattung: Wenn Hunderttausende amerikanischer College-StudentInnen an die Strände von Florida pilgern, um zu trinken und zu feiern, dann ist MTV von jetzt an dabei. Bis zu acht Stunden wird täglich live aus Daytona Beach gesendet – blauer Himmel, weißer Sand und ein Haufen spärlich bekleideter hardbodies, um es mit Bret Easton Ellis zu sagen.

10. Oktober 2014
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«Die Ausstellung, an deren Konzeption ägyptische KünstlerInnen, FotografInnen, AktivistInnen und KuratorInnen beteiligt sind, zeigt Aufnahmen von ausländischen und ägyptischen Agenturfotografen, den klassischen Protagonisten der Berichterstattung, aber auch eine Twitterwand, Videoporträts von Augenzeugen, Mitschnitte und Bilder der Aktivisten und ‹Bürgerjournalisten›, wie sie auf Medienportalen wie Flickr veröffentlicht werden, Dokumente, die von KünstlerInnen gesammelt wurden – geschaffen, um Meinungen zu äußern, den Lauf der Dinge zu beeinflussen, Bilder für die Erinnerung zu schaffen, der Opfer zu gedenken und Zeugnis abzulegen. Die Allgegenwart der digitalen Beobachtung, der Livestream der Revolution, die neue Verbreitung und die alternative Berichterstattung über Kommunikationsplattformen und soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter stellen die eine Seite der Ausstellung dar. Die andere beschäftigt sich mit dem Kreislauf dieser Bilder, ihrer Präsenz im Stadtraum, ihrer Rolle auf Transparenten, Zeitungscovern, Graffitis, etc.», so ein Ankündigungstext zur Ausstellung

28. Januar 2014

Ulrike Bergermann und Kathrin Peters im Gespräch mit Florian Ebner zur Ausstellung

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Im Zuge der Antiregierungs-Proteste in der Türkei seit Ende Mai 2013 wird eine Vielfalt an Widerstands-Taktiken praktiziert, die zu Fragen der Medien und Medialität auf unterschiedliche Weise in Beziehung stehen: Es werden gleichermaßen alternative Kommunikationskanäle wie medienästhetische und rhetorische, diskursive und visuelle Figuren geschaffen, Taktiken der Kommunikationsguerilla ebenso wie leiblich-körperliche Praktiken eingesetzt. Von Beginn an stachen mir die vereinende Kraft und das auffallend ironische Potential des Widerstands ins Auge.

22. Oktober 2013

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