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Als Gesellschaft für Medienwissenschaft, die vielfältige Beziehungen zu türkischen Kolleg*innen und Institutionen pflegt, sind wir besorgt über die umfangreichen Maßnahmen gegen Wissenschaftler*innen und Journalist*innen in der Türkei, die im Zuge des Ausnahmezustandes nach der Niederschlagung des Putschversuchs am 15. Juli 2016 von massenweisen Suspendierungen, Entlassungen, Strafverfolgung und Disziplinarmaßnahmen betroffen sind.

7. Oktober 2016
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In der Videowerbung für ihren Activity-Tracker UP präsentiert die Firma Jawbone drei junge Menschen, die ihren Alltag in Begleitung ihres Datenloggers meistern: die morgendliche Yoga-Übung, die Power-Point-Präsentation vor KollegInnen, der spontane Chat mit dem Freund und das Sportprogramm nach Feierabend absolvieren die Fitnessbegeisterten in Begleitung ihres Trackers. Dabei glänzen die ProtagonistInnen nicht nur durch körperliche Höchstleistung, sondern sie überzeugen auch in professioneller und emotionaler Hinsicht durch Bestform.

28. September 2016
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British comedian Eddie Izzard is on the Hammersmith Apollo stage as part of his 1997 piece Glorious. Izzard performs his «love and hate relationship with technology.» To expresses his «techno joy», he contrasts «everyone on film» who is «so swish, so smooth … so expert on that computer» with somebody rendered «in a realistic way.»

27. September 2016
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Zuerst die Hände. Auf den Bildern liegen Register ineinander, die sonst sowohl als einzelne ungesehen bleiben als auch als getrennte gelten: die Handarbeiten in der digitalen Reproduktion. Bevor ein Buch maschinell automatisiert verfügbar ist, muss es angefasst worden sein, in mühsamer und zeitraubender Kleinarbeit (die es allerdings auch bereits als automatisierte Umblättermaschine gibt) sind die Seiten umgewendet und vielleicht fixiert worden, bevor der Scanner sie berührungslos abtastet.

26. September 2016
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Die Nachrichten vom versuchten Militärcoup in der Türkei am späten Abend des 15. Juli 2016 waren mir Überraschung und Schock zugleich. Wieder saß ich viele Stunden vor dem Rechner in meiner Wohnung in Bayreuth – wie zu Zeiten der Gezi-Proteste im Jahr 2013, aber auch wie an den Tagen der dem Daesh zugeschriebenen Anschläge in Suruç, die am 20. Juli 2015 einer Helferbrigade für die zerstörte Stadt Kobane galten, an jenem des Anschlags auf die große Friedensdemonstration in Ankara am 10. Oktober 2015 oder am Tag des Anschlags auf den Flughafen Istanbul Atatürk am 28. Juni 2016. Ich versuchte via Twitter, auf nationalen und internationalen Nachrichtenseiten, über türkische Websites mit Live-Tickern, über ein überraschend mit historischem Hintergrund aufwartendes nächtliches Interview beim heute journal spezial, aber auch über die TV-Livestreams türkischer Sender die Geschehnisse zu verfolgen und einzuschätzen.

11. August 2016
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Die außergewöhnlich brutalen Szenen, die sich am 15. und 16. Juli 2016 in Ankara und Istanbul abgespielt haben, machten schnell die Runde. Von Augenzeugenberichten bis hin zu einzelnen, ihrem Zusammenhang entrissen Bildern konnten Mediennutzer_innen, Zuschauer_innen und Leser_innen sehr bald Bilder der Geschehnisse in all ihren blutigen Details wahrnehmen; manche davon waren Fakes  manche nicht.

11. August 2016
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Die Mapa Fílmico de un Pais ist eine Website, auf der Juan Francisco González, Josefina Buschmann, Ignacio Rojas u. a. dokumentarische Filme veröffentlichen. Als redaktionelle Kriterien gelten: Die Beiträge müssen kurz sein, von in Chile lebenden Autoren stammen, aus einer festen Einstellung bestehen und Direktton haben. So filmte Rojas für seinen einminütigen Beitrag Lavado de Banderas (CHI 2014) einen Mann, der am sogenannten Tag der ausländischen Migranten auf der Plaza de Armas in Santiago eine Fahne wäscht und ausrollt – nicht etwa eine chilenische, sondern eine peruanische.

25. Juni 2016
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For some time, ecological questions have become important in anthropology, as Tim Ingold’s writings show. His ideas on the potential of organic and anorganic materials, their compositions and decompositions, also arouses the interest of media studies – maybe because it questions the exclusiveness of human agency. Making, in Ingold’s conception, is a process in which different materials unfold their potentials. For a mediaecological perspective, materials grasped in this way offer the chance to understand technical media not as passive, invariable tools used for a purpose, but as instable and active assemblages of matter with their own potentials of activity. In our interview, Ingold elaborates upon his position in an ecological anthropology that values the becoming of things and is interested in the circulation of materials and their amalgamation. Furthermore, he argues for a reconciliation of scholarship and craftsmanship – in other words, for a praxeology of thinking and making.

23. April 2016

An Interview with Tim Ingold
By Petra Löffler and Florian Sprenger

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In postfeministischen Zeiten wird Frauen abgeraten, sich mit Sexarbeit, Prostitution und sexueller Gewalt zu beschäftigen, um einerseits nicht mit dem Huren- oder Opferstigma versehen und um andererseits nicht als Feministin stigmatisiert zu werden – so polemisiert Angela McRobbie in ihrem Buch Top Girls. Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes. Sie nimmt hier eine Revision ihrer bisherigen Position vor und zeigt, dass empowerment und Freiheit bzw. Wahlfreiheit nicht zu einer größeren Verbreitung von feministischen Positionen, geschweige denn zu ihrer Durchsetzung geführt haben: «Was tatsächlich passierte, war, dass feministische Inhalte durch einen aggressiven Individualismus, einen hedonistischen weiblichen Phallizismus auf dem Gebiet der Sexualität und durch eine obsessive Beschäftigung mit der Konsumkultur ersetzt wurden […].»

26. Februar 2016
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Founded in 2000, the quarterly journal Grey Room has been one of the leading forums for scholarship at the intersection of architecture, art, media and politics. Architecture’s relation to (other) media has also been one of the main research topics of Grey Room’s founding co-editor Reinhold Martin. In his widely acclaimed book The Organizational Complex (2003), Martin analyzes post-war corporate architecture as a technology of organization, reflecting on its entanglement with the discourses of cybernetics and systems theory as well as new communication technologies.

29. Juli 2015
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The digital stored-program computer was developed as a technology for automating the large-scale calculation work that since the time of the French Revolution had been performed cooperatively, in an advanced form of division of labor («human computers»). This led to the construction of digital electronic computing, which was little more than large-scale calculators. The development work involved various scientists, for whom the new devices were scientific equipment of essential importance for their own work (cryptology, weapons design), as well as various engineers in a supporting role. Technologically, this turned out to be a dead-end road, of which little survived, apart from batch-computing such as payroll calculation, tax calculation, compiling, and of course certain scientific calculations.

2. Mai 2015
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Am 28. Februar versammelten sich mehr als 150 WissenschaftlerInnen der Universität Amsterdam im Atrium des Maagdenhuis – einem herrschaftlichen Gebäude an einem der zentralen, historisch und touristisch belebten Plätze der Stadt (Spui), das wenige Tage zuvor noch Sitz der Universitätsleitung gewesen war. Bei diesem und weiteren Treffen, die seither beinah wöchentlich stattfanden, diskutierten wir die zunehmende Zerstörung der akademischen Kultur durch Ökonomisierung und Bürokratisierung; wir formulierten Forderungen gegenüber der Universitätsleitung und der Regierung in Den Haag und wir entwarfen politische Strategien: ProfessorInnen und Promovierende, Studierende und Sympathisierende standen und saßen in einem Halbkreis und benutzten die durch die Occupy-Bewegung bekannt gewordenen Handzeichen, um – unter Leitung eines facilitator – eine möglichst hierarchiefreie, auf Konsens gerichtete Diskussion zu führen.

1. Mai 2015
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«Egyptian artists, photographers, activists and curators were involved in planning the exhibition, which features shots by foreign and Egyptian news agency photographers – the classical protagonists of journalistic coverage – but also a Twitter wall, video portraits of eyewitnesses, video recordings and photos made by activists and ‘civilian journalists’ published on media portals such as Flickr, and documents collected by artists, having been created as means of expressing opinions, influencing the course of events, preserving memories, commemorating victims and bearing testimony. On the one hand, the exhibition sheds light on the omnipresence of digital observation, the livestream of the revolution, and the new forms of dissemination and alternative news reporting by way of communication platforms and social media such as Facebook and Twitter. Yet the show is also concerned with the circulation of these images, their presence in the urban realm, the role they play on banners, magazine covers, graffiti, etc.», as an advertising text for the exhibition states.

3. April 2015

Florian Ebner in conversation with Ulrike Bergermann and Kathrin Peters about the exhibition.

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Keine Revolution ohne Medien – im doppelten Sinne: Medien beobachten Revolution und organisieren sie. Manche Revolutionen wurden deswegen schon nach Medien benannt wie im Fall von Twitter und Facebook. Dass dies berechtigt war, ist umstritten. Zu schwer wiegt der Verdacht des «digital orientalism», wie der Medientheoretiker Evgeny Morozov 2011 in seinem Buch The Net-Delusion die narzisstische Begierde des Westens nannte, die eigenen Technologien zur sine qua non auch östlicher Emanzipationsbewegungen zu erklären. Im Falle Hongkongs ist schon umstritten, ob man überhaupt von einer Revolution sprechen kann, wenn das Ziel die Einhaltung des Hongkonger Grundgesetzes (Basic Law) ist: die Vereinbarung der Briten (als scheidende Kolonialherren) und Chinesen (als künftige Herrscher Hongkongs) über ein allgemeines Wahlrecht für Hongkong. Was den Spitznamen der «Bewegung», so die zurückhaltendere Selbstbeschreibung, betrifft, hat diesmal ein Gegenstand gewonnen, der nicht nur lokalspezifischer und realer ist als digitale Medien, sondern auch fotogener: der Regenschirm.

10. März 2015
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Mit der im Berliner Kino Arsenal veranstalteten Film- und Gesprächsreihe Performing Documentary stellt Birgit Kohler aktuelle dokumentarische Vorgehensweisen zur Diskussion, die mit expliziter Inszenierung, Verfremdungseffekten und performativen Auftritten arbeiten. Die Verknüpfung des auf John Grierson (1926) zurückgehenden Begriffes documentary mit dem performing hebt das zentrale Moment des Hergestellt-Werdens in Prozessen filmischer Aufführungen hervor. Film steht als Instrument der Analyse zur Disposition, indem Strategien der Verschiebung, Distanzierung und Abstraktion zum Einsatz kommen. Empathischer Identifikation mit Einzelschicksalen wird dabei genauso wenig vertraut wie einer vermeintlichen dokumentarischen Evidenz. Performing-Documentary-Filme tragen so nicht nur einer komplexen gesellschaftlichen Realität Rechnung, sondern sind Ausdruck einer Skepsis gegenüber gängigen Mustern dokumentarischer Repräsentation.

23. Oktober 2014

Birgit Kohler im Gespräch mit Jana Seehusen

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Im Jahr 1981 wird Britney Spears geboren und der Musiksender MTV geht erstmals auf Sendung. Fünf Jahre später, 1986, beginnt MTV mit seiner Spring Break-Berichterstattung: Wenn Hunderttausende amerikanischer College-StudentInnen an die Strände von Florida pilgern, um zu trinken und zu feiern, dann ist MTV von jetzt an dabei. Bis zu acht Stunden wird täglich live aus Daytona Beach gesendet – blauer Himmel, weißer Sand und ein Haufen spärlich bekleideter hardbodies, um es mit Bret Easton Ellis zu sagen.

10. Oktober 2014

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