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Gefiltert nach: Essay X
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Am 1. Juni 2019 ist der französische Seefahrer, Philosoph und Wissenschaftshistoriker Michel Serres gestorben. Seine Hermes-Bände, Die fünf SinneElemente einer Geschichte der Wissenschaften und ganz besonders Der Parasit sind für die medienwissenschaftliche Forschung wegbereitende Schriften geworden. Mit Erfindet Euch neu! war zuletzt auch die «vernetzte Generation» selbst angesprochen worden.

29. Oktober 2019
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Die auffällig nuancierte Bandbreite der verschiedenen dokumentarischen und fiktionalen Mischformen des diesjährigen Wiener Filmfestivals gibt Anlass, die Erosionen und Transformationen landläufiger Tatsachengläubigkeit differenzierter in Augenschein zu nehmen.

29. Dezember 2018
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In der Videowerbung für ihren Activity-Tracker UP präsentiert die Firma Jawbone drei junge Menschen, die ihren Alltag in Begleitung ihres Datenloggers meistern: die morgendliche Yoga-Übung, die Power-Point-Präsentation vor KollegInnen, der spontane Chat mit dem Freund und das Sportprogramm nach Feierabend absolvieren die Fitnessbegeisterten in Begleitung ihres Trackers. Dabei glänzen die ProtagonistInnen nicht nur durch körperliche Höchstleistung, sondern sie überzeugen auch in professioneller und emotionaler Hinsicht durch Bestform.

28. September 2016
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Die Mapa Fílmico de un Pais ist eine Website, auf der Juan Francisco González, Josefina Buschmann, Ignacio Rojas u. a. dokumentarische Filme veröffentlichen. Als redaktionelle Kriterien gelten: Die Beiträge müssen kurz sein, von in Chile lebenden Autoren stammen, aus einer festen Einstellung bestehen und Direktton haben. So filmte Rojas für seinen einminütigen Beitrag Lavado de Banderas (CHI 2014) einen Mann, der am sogenannten Tag der ausländischen Migranten auf der Plaza de Armas in Santiago eine Fahne wäscht und ausrollt – nicht etwa eine chilenische, sondern eine peruanische.

25. Juni 2016
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In postfeministischen Zeiten wird Frauen abgeraten, sich mit Sexarbeit, Prostitution und sexueller Gewalt zu beschäftigen, um einerseits nicht mit dem Huren- oder Opferstigma versehen und um andererseits nicht als Feministin stigmatisiert zu werden – so polemisiert Angela McRobbie in ihrem Buch Top Girls. Feminismus und der Aufstieg des neoliberalen Geschlechterregimes. Sie nimmt hier eine Revision ihrer bisherigen Position vor und zeigt, dass empowerment und Freiheit bzw. Wahlfreiheit nicht zu einer größeren Verbreitung von feministischen Positionen, geschweige denn zu ihrer Durchsetzung geführt haben: «Was tatsächlich passierte, war, dass feministische Inhalte durch einen aggressiven Individualismus, einen hedonistischen weiblichen Phallizismus auf dem Gebiet der Sexualität und durch eine obsessive Beschäftigung mit der Konsumkultur ersetzt wurden […].»

26. Februar 2016
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Am 28. Februar versammelten sich mehr als 150 WissenschaftlerInnen der Universität Amsterdam im Atrium des Maagdenhuis – einem herrschaftlichen Gebäude an einem der zentralen, historisch und touristisch belebten Plätze der Stadt (Spui), das wenige Tage zuvor noch Sitz der Universitätsleitung gewesen war. Bei diesem und weiteren Treffen, die seither beinah wöchentlich stattfanden, diskutierten wir die zunehmende Zerstörung der akademischen Kultur durch Ökonomisierung und Bürokratisierung; wir formulierten Forderungen gegenüber der Universitätsleitung und der Regierung in Den Haag und wir entwarfen politische Strategien: ProfessorInnen und Promovierende, Studierende und Sympathisierende standen und saßen in einem Halbkreis und benutzten die durch die Occupy-Bewegung bekannt gewordenen Handzeichen, um – unter Leitung eines facilitator – eine möglichst hierarchiefreie, auf Konsens gerichtete Diskussion zu führen.

1. Mai 2015
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Keine Revolution ohne Medien – im doppelten Sinne: Medien beobachten Revolution und organisieren sie. Manche Revolutionen wurden deswegen schon nach Medien benannt wie im Fall von Twitter und Facebook. Dass dies berechtigt war, ist umstritten. Zu schwer wiegt der Verdacht des «digital orientalism», wie der Medientheoretiker Evgeny Morozov 2011 in seinem Buch The Net-Delusion die narzisstische Begierde des Westens nannte, die eigenen Technologien zur sine qua non auch östlicher Emanzipationsbewegungen zu erklären. Im Falle Hongkongs ist schon umstritten, ob man überhaupt von einer Revolution sprechen kann, wenn das Ziel die Einhaltung des Hongkonger Grundgesetzes (Basic Law) ist: die Vereinbarung der Briten (als scheidende Kolonialherren) und Chinesen (als künftige Herrscher Hongkongs) über ein allgemeines Wahlrecht für Hongkong. Was den Spitznamen der «Bewegung», so die zurückhaltendere Selbstbeschreibung, betrifft, hat diesmal ein Gegenstand gewonnen, der nicht nur lokalspezifischer und realer ist als digitale Medien, sondern auch fotogener: der Regenschirm.

10. März 2015
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Mit der im Berliner Kino Arsenal veranstalteten Film- und Gesprächsreihe Performing Documentary stellt Birgit Kohler aktuelle dokumentarische Vorgehensweisen zur Diskussion, die mit expliziter Inszenierung, Verfremdungseffekten und performativen Auftritten arbeiten. Die Verknüpfung des auf John Grierson (1926) zurückgehenden Begriffes documentary mit dem performing hebt das zentrale Moment des Hergestellt-Werdens in Prozessen filmischer Aufführungen hervor. Film steht als Instrument der Analyse zur Disposition, indem Strategien der Verschiebung, Distanzierung und Abstraktion zum Einsatz kommen. Empathischer Identifikation mit Einzelschicksalen wird dabei genauso wenig vertraut wie einer vermeintlichen dokumentarischen Evidenz. Performing-Documentary-Filme tragen so nicht nur einer komplexen gesellschaftlichen Realität Rechnung, sondern sind Ausdruck einer Skepsis gegenüber gängigen Mustern dokumentarischer Repräsentation.

23. Oktober 2014

Birgit Kohler im Gespräch mit Jana Seehusen

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Im Jahr 1981 wird Britney Spears geboren und der Musiksender MTV geht erstmals auf Sendung. Fünf Jahre später, 1986, beginnt MTV mit seiner Spring Break-Berichterstattung: Wenn Hunderttausende amerikanischer College-StudentInnen an die Strände von Florida pilgern, um zu trinken und zu feiern, dann ist MTV von jetzt an dabei. Bis zu acht Stunden wird täglich live aus Daytona Beach gesendet – blauer Himmel, weißer Sand und ein Haufen spärlich bekleideter hardbodies, um es mit Bret Easton Ellis zu sagen.

10. Oktober 2014