02 / 2010 - Schwerpunkt: Materialität/Immaterialität
Erscheinungsdatum: April 2010
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Sie können die Zeitschrift für Medienwissenschaft als Printheft direkt beim Akademie-Verlag bestellen. Die Online-Ausgabe finden Sie unter www.atypon-link.com/AV/loi/zfmw . Für GfM-Mitglieder und Abonnenten ist die Nutzung kostenlos. Sie können ihre Zugangsdaten bei vertrieb-zs@oldenbourg.de ordern. Alle Ausgaben, die älter als zwölf Monate sind, können kostenlos online gelesen und heruntergeladen werden.Inhaltsverzeichnis
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Einleitung in den Schwerpunkt
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Zur Dissymmetrie von Schall und Wahrnehmung
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Zur Konstruktion des Gedächtnisses in der Erfahrung des Films
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Epistemologische Anmerkungen zu einem Schlüsselwort der Medienwirkungsforschung
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Das Medium der Sowjetmacht
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Bemerkungen zu einer Ästhetik des "Dazwischen"
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(Ein Entwurf)
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Vorgestellt von Kathrin Peters
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im Gespräch mit Ute Holl
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im Gespräch mit Regula Valérie BurriBilder der Neurowissenschaft
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Über militärische Simulation und Traum
Editorial
Schwerpunkt
Bildstrecke
Laborgespräche
Extra
Besprechungen
Schwerpunkt
Nachdem das erste Heft der Zeitschrift für Medienwissenschaft sich in seinem Schwerpunkt-Texten den „Motiven“ gewidmet hat, wird das zweite noch einmal eine programmatische Fragestellung aufwerfen: Untersucht werden soll das Verhältnis von Materialität und Immaterialität als konstitutives für jedes Mediendenken.
Während Medienwissenschaft ihre periphere und parasitäre Position zu anderen Disziplinen der Geistes- und Kulturwissenschaften und auch der Wissensgeschichte zunächst dadurch markierte, dass sie die Materialität der Medien als Aufschreibesysteme, Träger und Transformatoren in den Blick rückte, ist inzwischen — so beobachten wir — vielmehr das Relationale im Spannungsfeld von Materialität und Immaterialität zum Gegenstand der Untersuchungen avanciert. Die Kluft, die Leerstelle, die Zäsur selber erscheint als unvorgänglicher Riss, der sowohl medienwissenschaftliche Theoriebildung als auch jede Ästhetik des Medialen provoziert. Entsprechend haben Ästhetiken der Störung oder des Rauschens ebenso wie die Konnexion von Laboranordnungen und Ästhetik bzw. Wahrnehmungstheorie die epistemologische Fragestellungen der Medienwissenschaft geschärft. Inwiefern sich dabei jenes Verhältnis von Materialität und Immaterialität als gemeinsame Frage der prinzipiell interdisziplinären Medienwissenschaft erweisen könnte, ist zu untersuchen.
Zu den Modellen, die von der Medienwissenschaft adaptiert oder an den Peripherien und in Auseinandersetzung mit anderen Wissenschaften entwickelt, pointiert und weitergetrieben wurden, gehören etwa das der Übertragung (Psychoanalyse), das der Funktion im Systemischen (Systemtheorie), das der Warencharaktere oder des Fetischs (Ökonomie), ebenso wie Modelle der Montage, des Figurativen und des Tanzes, des Rhythmus’ oder der Immersion als ästhetische Formen, die aus der Zäsur von Materiellem und Immateriellem entspringen. Die Geschichte der Feldtheorie, die weit über Radiotheorie hinaus Wahrnehmung in der Moderne strukturierte, ist noch einmal paradigmatisch: Damit ist ein nicht mehr materiell zu qualifizierendes aber intervenierendes Reelles als Träger des Medialen aufgerufen. Solche Modelle sind nicht mehr vorzustellen und nur noch in Begriffen der Medien zu denken. Jedoch nicht die Begriffe, nicht die Begrifflichkeit selbst, sondern das Problem eines Hiatus, einer Kluft oder Zäsur zwischen Materialität und Immaterialität scheint medientheoretisches Denken zu evozieren, das immer neue Modelle für das Begreifen jenes „Dazwischen“ generiert, als welches das Mediale geläufig ist.
Aus philosophischer Perspektive ließe sich leicht konstatieren, dass im Begriff der Differenz alle jene Positionen längst durchgearbeitet oder aufgehoben seien, und nicht umsonst entwickelt sich Medienphilosophie unseres Erachtens zur Leitwissenschaft innerhalb der Medienwissenschaften. Aus religionswissenschaftlicher Perspektive, die inzwischen als Genealogie des Medialen entdeckt wird, lässt sich sogar formulieren, dass die Abzweigung Materialität/Immaterialität nur eine Profanisierung des älteren Rätsels von der Transsubstantiation darstellt. Dem möchten wir in einer historial entworfenen Genealogie den Widerstand und den Eigensinn entgegenhalten, den Medienwissenschaft aus dem Spannungsverhältnis von Materialität und Immaterialität gewinnt. Die Artikel unseres Schwerpunktthemas stellen unter Beweis, dass eine der Stärken medientheoretischer Forschungen genau darin besteht, den Riss weder aufzuheben noch zu begründen, sondern darin die spezifische Denkform der Medien als Erforschung des Relationalen in Anschlag zu bringen — epistemologisch und politisch.
Medienwissenschaft ist dann weder Ergänzungsdisziplin noch Hilfswissenschaft, sondern generiert eigenes Wissen, das sich zuletzt dem Binären der Problemstellung entziehen müsste und vielmehr zum slash (/), zum Schnitt, zur Narbe, aber auch zum An/Hieb des Wissen wird.
Schwerpunktredaktion: Ute Holl
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Letzte Kommentare
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19. Juli 2010 - 21:53
Lieber Peter Klimczak, danke schön für das Kompliment in Sachen Heftgestaltung! Zeitschriften sind ja ziemlich materielle Angelegenheiten und von daher halten ... → mehr
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14. Juni 2010 - 09:16
Dass sich die Psychotherapie "aufgrund ihrer genuinen seriellen Struktur und inhärenten Dramatik" als ideales Setting für TV-Serien anbietet, und auf welche ... → mehr
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07. Mai 2010 - 16:26
Die meisten werden es sich im Stillen denken und einige werden es den Herausgebern persönlich bereits gesagt haben ? nichtsdestotrotz sollte es wohl auch ... → mehr
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23. April 2010 - 11:30
Kommentar von Ulrike Bergermann
Ein PS zu Holerts "Akku der Kritik": siehe zum Vergleich den schlechtgelaunten Artikel "Internet für Audimarx", www.akweb.de/ak_s/ak549/31.htm ... → mehr
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13. April 2010 - 13:53
Eine spannende Webseite zum Thema Serien: www.serienjunkies.de → mehr
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- zfm 02 / 2010 Einleitung
MATERIALITÄT | IMMATERIALITÄT
Einleitung in den Schwerpunkt von Ute Holl - zfm 02 / 2010 Inhaltsverzeichnis

