Klasse

Sowohl die Objekte der Medienwissenschaft als auch die Herkünfte der Forschenden tragen einen Klassen-Marker. Was für race und gender zunehmend erprobt ist – Analysekriterien für mediale Artefakte, für Produktions- und Rezeptionsformen, für epistemologische Strukturierungen bis hin zu Möglichkeitsbedingungen der Wissensproduktion –, steht für die Kategorie der class zur Diskussion.

Wie sieht die gegenwärtige De-/Artikulation von «Klasse» im Kontext der Medienwissenschaft aus? Welche Effekte hat das Anliegen, Klassifizierungen entgehen zu wollen, für den Zusammenhang von class und Medien? Welche Anregungen und Optionen ergeben sich für ihre Methoden und Gegenstände? Generiert die Bezugnahme auf Medienkunst oder Gender Studies, auf Kulturgeschichte oder Cultural Studies unterschiedliches kulturelles Kapital wie bei der Beschäftigung mit «Unterschichten-» oder «Quality-TV»? War die Medienwissenschaft nicht mit dem Ziel angetreten, die Unterscheidungen von Hoch- und Populärkultur zu problematisieren? Was gehört zum Klassenhabitus der Medienwissenschaft, welche Kritikformen sind passabel und welche passieren nicht? Wie könnte eine Aktualisierung der Klassenfrage gelingen, die der Dethematisierung sozialer Klassifizierungen etwas entgegensetzt, ohne die Unterscheidung von Haupt- und Nebenwidersprüchen zu erneuern?

Redaktion des Schwerpunkts: Ulrike Bergermann, Andrea Seier

Texteinreichungen werden bis 15.2.2018 erbeten an redaktion@zfmedienwissenschaft.de

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Erscheinungsdatum 
ZfM 19 – Klasse, erscheint im Okt. 2018