«Moral Panics?» Gerücht und Outing

«Moral Panics?» Gerücht und Outing

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Abstract (deutsch) 

Gerüchte gedeihen besonders gut in einer Atmosphäre der Angst und Panik. Sie können für politische Zwecke instrumentalisiert werden, wenn sie nicht sogar eigens dafür erfunden werden. Homosexualität ist in diesem Kontext schon lange ein beliebtes Thema. Karin Bruns untersucht anhand von Beispielen aus Nordeuropa und Nordamerika Strategien des Snitching, Whistleblowing und emanzipierende Sichtbarmachungen. Dabei spielt die zunehmende Offenheit über sexuelle Identitäten von Personen des öffentlichen Interesses in den ‹alten› Medien wie Presse und Fernsehen sowie in den digitalen, sozialen Medien eine Rolle. In der Popkultur kann ein Outing sich positiv auf die Authentizität oder den Glamour-Faktor eines Stars auswirken, während in Bereichen wie Sport, Religion oder beispielsweise im Rahmen der Anti-Obama-Kampagnen Homophobie durch die Verbreitung altbekannter heteronormativer Narrative verstärkt wird. Der Text skizziert Logiken der Bildzirkulation im Netz, z. B. in Bezug auf die Gleichzeitigkeit der Verurteilung Chelsea Mannings und die positive Rezeption des Transgendermodels Carmen Carrera, und zeigt: Gerüchte können immer unkontrollierbare Auswirkungen haben.
 

Abstract (english) 

Rumors flourish within atmospheres of fear or panic. Rumors can be instrumentalized, if not conjured up, for political purposes, and homosexuality has been one of their favorite topics. Karin Bruns investigates strategies of snitching, whistleblowing, and emancipatory visualizations through examples from Northern Europe and North America, taking into account the increased openness about the sexual identities of public persons as well as the media effects of ‹old›, printed or broadcasted, and of digital, Social Media. Within popular culture, an outing within the so-called Word of Mouth Marketing may have effects of authenticity, glamor and/or openness, while the domains of sports, religion, or anti-Obama campaigns reinforce homophobia by spreading well-known heteronormative narratives. Sketching the web-based logics of circulating images in the simultaneity of condemning Chelsea Manning and celebrating the transgender model Carmen Carrera, the article shows that rumors may always cause uncontrollable effects.

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